Immer aktuell informiert

Das Steuerrecht unterliegt dem stetigen Wandel.

Aus diesem Grunde können Steuerzahler nur dann richtig handeln, wenn sie kompetent und aktuell aufgeklärt werden. Hier unterstützt Sie die IDL NRW e.V. – kostenlos, aber fundiert! U.a finden Sie aktuelle gut verständliche Informationen:
Fachliche Kurzinfo – Steuerticker 2016/2017
+++ Alle, die 2017 in Rente gehen, müssen mit einem Steuerpflichtanteil 2017 von 76% der Brutto-Rente rechnen. Mittlerweile ist die Steuerfreiheit der Rente eine Ausnahme +++ Kindergeld: Unbedingt Steuer-Identifikationsnummer der Kinder bis zum 31.12.2016 bei der Kindergeldkasse abgeben, falls noch nicht geschehen!!! +++ Grundfreibetrag: Zum Abmildern der kalten Progression und zur Sicherung des Existenzminimums steigt der Grundfreibetrag stetig. In 2016 hat der Grundfreibetrag für Ledige 8.652 Euro (Verheiratete bei gemeinsamer Veranlagung zur Einkommensteuer: 17.304 Euro) betragen. Ab 2017 steigt dieser auf 8.822 Euro (17.644 Euro für Verheiratete) und 2018 auf 9.022 Euro (18.044 Euro für Verheiratete). +++ Der Kinderfreibetrag beträgt 2016 7.248 Euro und soll 2017 um 110 Euro steigen; 2018 solle eine weitere Steigerung von 100 Euro vorgenommen werden. +++
Steuerpost 2016/2017
In der Steuerpost 2016/2017 erhalten Sie Hinweise über steuer-rechtliche Änderungen, die Sie in 2017 beachten sollten, aber auch solche, die für Ihre Einkommensteuererklärung 2016 relevant sind.

ARBEITSZIMMER

»Arbeitsecke
Die Kosten für eine ins Wohnzimmer integrierte Arbeitsecke sind nicht als Werbungskosten abziehbar.

Das bestätigte der BFH mit seinem Beschluss vom 27.7.2015 (Az. GrS 1 / 14). Demnach sind Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer nicht steuerlich anzuerkennen, wenn der Raum zu einem erheblichen Teil privat genutzt wird.

Diese strenge Linie bestätigte er jetzt für eine im Wohnzimmer eingerichtete Arbeitsecke: Aufwendungen für einen in die häusliche Sphäre eingebundenen Raum, der mit einem nicht unerheblichen Teil seiner Fläche auch privat genutzt wird (sog. Arbeitsecke), können nicht als Betriebsausgaben / Werbungskosten berücksichtigt werden, erklärten die Richter.

Auch wenn ein Teil dieses Raumes mit einem Schreibtisch und Büroregalen ausgestattet ist, überwiegt doch der in dem anderen Teil desselben Raumes genutzte Privatbereich – abgetrennt durch ein Regal – mit Sofa, Couchtisch, einen Esstisch mit mehreren Stühlen und einen Fernseher ausgestattet.

Dieses gemischt genutzte Zimmer kann steuerlich nicht als Arbeitszimmer anerkannt werden, so die Richter (BFH-Urteil vom 17.2.2016, X R 32/11 ).

»Objektgrenze
Für die Nutzung von Arbeitszimmern sieht die Finanzverwaltung vor, dass die Werbungskosten auf 1.250€ begrenzt sind, sofern das Arbeitszimmer nicht den Mittelpunkt der gesamten beruflichen
Tätigkeit darstellt.

Nutzt bspw. ein Lehrer-Ehepaar einen großen Raum als gemeinsames Arbeitszimmer, dann dürfen diese gleichwohl insgesamt nur 1.250€ abziehen und nicht etwa 2.500€, wie man erwarten könnte.

Der Grund ist, dass die Finanzverwaltung diese Werbungskosten-abzugsgrenze als „Objektgrenze“ ansieht. Um also zweimal 1.250€ absetzen zu können, müssten 2 Arbeitszimmer unterhalten werden.


FÖRDERUNG DER ELEKTROMOBILITÄT
Es gibt neue Meldungen zur steuerlichen Förderung der Elektro-mobilität.

1. Säule: Kfz-Steuerbefreiung
Bei Kauf eines Elektrofahrzeugs gilt eine Kfz-Steuerbefreiung für fünf Jahre, die jetzt rückwirkend für alle noch in 2016 gekauften Elektrofahrzeuge auf zehn Jahre verlängert worden ist.

Dies betrifft Personenkraftwagen, Nutzfahrzeuge, Leichtfahrzeuge sowie Krafträder. Zunächst ist eine zeitliche Begrenzung der Befreiung für Zulassungen bis zum 31.12.2020 vorgesehen (§ 3d Abs. 1 KraftStG).

Auch eine vollständige Elektro-Umrüstung von Bestandsfahrzeugen werden in die 10-jährige Steuerbefreiung mit einbezogen, wenn diese Umrüstung verkehrsrechtlich genehmigt ist (§ 3d Abs. 4 KraftStG).

2. Säule: Lade-Infrastruktur
Steuerfreies Laden beim Arbeitgeber.
Als ein Baustein beim Ausbau der Ladeinfrastruktur wird die Lademöglichkeit beim Arbeitgeber angesehen, denn die Flexibilität beim Einsatz von Elektrofahrzeugen wird dadurch erhöht.

Da das Finanzamt jedoch solche Leistungen des Arbeitgebers als geldwerten Vorteil besteuern würde, muss eine Ausnahmeregelung her.

Diese sieht vor, dass eine Steuerbefreiung für die vom Arbeitgeber gewährten geldwerten Vorteile für das Aufladen eines privaten Elektrofahrzeugs im Betrieb des Arbeitgebers besteht (§ 3 Nr. 46 EStG). Auch das Aufladen von zulassungspflichtigen Elektro-fahrrädern (sog. S-Pedelecs) soll nicht mehr zu versteuern sein.

Neben privaten Elektrofahrzeugen der Arbeitnehmer wird auch das Aufladen eines Dienstfahrzeugs, für das die private Nutzung nach der sog. 1 %-Regelung versteuert wird, in die Steuerfreiheit mit einbezogen. Zudem wird der bisher eng gefasste Begriff „im Betrieb des Arbeitgebers“ ausgedehnt auf mit dem Arbeitgeber verbundene Unternehmen. Die Steuerbefreiung gilt damit z. B. auch für Leiharbeitnehmer im Betrieb des Entleihers.

Auch eine verbilligte oder unentgeltliche Übereignung von Ladevorrichtungen an einen Arbeitnehmer soll begünstigt sein. Diese kann durch den Arbeitgeber mit 25 % pauschal lohnversteuert werden. Gleiches gilt für Arbeitgeberzuschüsse zur Anschaffung einer Ladeeinrichtung durch den Arbeitnehmer (§ 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 6 EStG).

Die Voraussetzung für die Begünstigung wird sein, dass die Vorteile zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden. Eine Entgeltumwandlung ist nicht begünstigt.

In zeitlicher Hinsicht wird die Steuerbefreiung nur für Vorteile gelten, die in Lohnzahlungszeiträumen der Jahre 2017 bis 2020 zufließen (§ 52 Abs. 4 Satz 9 bzw. Abs. 37c EStG).

3. Säule: Kostenlücke oder Kaufprämie
Die Mehrkosten bei der Anschaffung eines Elektrofahrzeugs gegenüber einem konventionellen Kraftfahrzeug sollen durch eine Kaufprämie von 4.000 EUR für reine Elektrofahrzeuge und 3.000 EUR für Plug-In-Hybridelektrofahrzeuge reduziert werden. Maßgebend ist der 18.5.2016 als frühest möglicher Termin der Anschaffung des Fahrzeugs.

Ausbezahlt wir dieser hälftig von Industrie und Bundesregierung finanzierte „Umweltbonus“  durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Die Kaufprämie wird es nur solange geben, bis die Bundesmittel von 600 Mio. EUR aufgebraucht sind, längstens aber bis 30.6.2019. Die Anträge können bereits seit Anfang Juli bei der Bafa gestellt werden können.

Nicht realisierte Maßnahmen:
Nicht umgesetzt wird die Förderung mittels einer Sonder-abschreibung für Elektrofahrzeuge bzw. für Ladevorrichtungen im betrieblichen Bereich.

Das Gesetz bedarf noch der Unterschrift des Bundespräsidenten und wird wohl noch in diesem Jahr im Bundesgesetzblatt veröffentlicht werden.

Weitere Förderung angeregt:
Außerhalb des Steuerrechts hat der Bundesrat am 23.9.2016 eine weitere Fördermaßnahme angeregt. Der Bau von privaten Ladestationen in einer Garage bzw. einem Stellplatz soll leichter ermöglicht werden. Dazu schlägt der Bundesrat Änderungen im Miet- und Wohnungseigentumsrecht vor, um derzeit noch bestehende rechtliche Hürden zu beseitigen. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde der Bundesregierung zugeleitet.


Interessengemeinschaft der Lohnsteuerzahler NRW e.V. · Mitglied im Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine e.V. (BVL)