Immer aktuell informiert

Das Steuerrecht unterliegt dem stetigen Wandel.

Aus diesem Grunde können Steuerzahler nur dann richtig handeln, wenn sie kompetent und aktuell aufgeklärt werden. Hier unterstützt Sie die IDL NRW e.V. – kostenlos, aber fundiert! U.a finden Sie aktuelle gut verständliche Informationen:
Fachliche Kurzinfo – Steuerticker 2017/2018
+++ Alle, die 2018 in Rente gehen, müssen mit einem Steuer-pflichtanteil 2018 von 76% der Brutto-Rente rechnen. Mittlerweile ist die Steuerfreiheit der Rente eine Ausnahme +++ Arbeitszimmer: Der Werbungskostenhöchstbetrag von bis zu 1.250€ gilt nun pro Person, d.h. gemeinsam genutzte Arbeitszimmer sind nun möglich; die sog. Objektgrenze ist damit hinfällig (BFH-Urteil vom 15.12.2016) +++ Grundfreibetrag: Zum Abmildern der kalten Progression und zur Sicherung des Existenzminimums steigt der Grundfreibetrag stetig. In 2017 hat der Grundfreibetrag für Ledige 8.820 Euro (Verheiratete bei gemeinsamer Veranlagung zur Einkommensteuer: 17.640 Euro) betragen. Ab 2018 steigt dieser auf 9.000 Euro (18.000 Euro für Verheiratete) +++ Der Kinderfreibetrag beträgt 2017 7.356 Euro und soll 2018 um 72 Euro auf 7.428 steigen; somit wurden die noch in 2016 ohnehin schon gering ausgelobten Steigerungen doch noch reduziert. +++ Der Kinderantrag soll künftig nur noch rückwirkend für sechs Monate gestellt werden können, anstatt für vier Jahre, wie bisher. +++ Die Grenze für geringwertige Wirtschaftgüter erhöht sich von 410€ auf 800€ zum 01.01.2018, so dass auch Werbungskosten für IT-Artikel o.ä. in diesem Rahmen sofort als Aufwand berücksichtigt werden dürfen. +++
Steuerpost 2017/2018
In der Steuerpost 2017/2018 erhalten Sie Hinweise über steuer-rechtliche Änderungen, die Sie in 2018 beachten sollten, aber auch solche, die für Ihre Einkommensteuererklärung 2017 relevant sind.

FREIWILLIGE BEHANDLUNGSKOSTEN

»Freiwillig getragene Behandlungskosten zur Erlangung einer Beitragsrückerstattung sind nicht absetzbar.

Krankheitsbedingte Aufwendungen, die ein privat kranken-versicherter Steuerpflichtiger selbst trägt, um eine Beitrags-rückerstattung seines Krankenversicherers zu erhalten, können weder als Sonderausgaben noch als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend gemacht werden.

Der Abzug als außergewöhnliche Belastung scheitert an der fehlenden Zwangsläufigkeit der Kostentragung, da eine Erstattung durch die Krankenkasse möglich gewesen wäre.

Freiwillig getragene Behandlungskosten zur Erlangung einer Beitragsrückerstattung sind insoweit nicht mit vertraglich verein-bartem Selbstbehalt vergleichbar.

Damit versucht das Finanzamt die Beitragserstattung, die letztlich als Wohlverhaltensprämie gezahlt wird, weiterhin als Kürzung der Sonderausgaben, abzurechnen.

Dem Wesen nach dürfte es sich jedoch um eine Minderung der außergewöhnlichen Belastungen handeln und somit ggf. steuerlich unbeachtlich sein. Diese Rechtsprechung des Finanzgericht Berlin-Brandenburg, (Urteil vom 19.4.2017 - 11 K 11327/16) ist vorläufig nicht rechtskräftig, so dass die weitere Entwicklung abgewartet werden kann.

Steuerpflichtige sollten aber überlegen, ob sie nicht besser die Erstattung von der Krankenkasse in Anspruch nehmen, um Streitigkeiten mit dem Finanzamt zu vermeiden.


KINDERGELD:

»Kein Wohnsitz im Inland bei Auslandsentsendung


Ein Inlandswohnsitz liegt nach Auffassung des Finanzgerichts Nieder-sachsen (Urteil von 17.1.2017 - 8 K 50/16) nicht vor, wenn es an einem Aufenthalt in der inländischen Wohnung während eines zweijährigen Auslandsaufenthalts gänzlich fehlt.

Denn dann wäre der Erfahrungssatz einer im nutzungsbereiten Zustand vorgehaltenen Wohnung widerlegt.

Dieses Urteil entstammt einem Fall, in dem der Kläger von der Familienkasse bis Ende 2001 Kindergeld für seine Tochter bezogen hatte.

Ab dem 1.6.2001 wurde der Kläger von seinem Arbeitgeber für zwei Jahre nach Brasilien entsandt. In dieser Zeit stand die vom Kläger und seiner Familie genutzte Familienwohnung im Inland für eine Nutzung durch den Kläger tatsächlich bereit. Eine tatsächliche Nutzung  erfolgte in dieser Zeit durch den Kläger jedoch nicht. Versorgungsverträge wurden nicht gekündigt.

Dieses Urteil läuft der bisherigen Betrachtung zu wider, dass jemand im Inland einen Wohnsitz innehat, wenn die Nutzungsmöglichkeit besteht.

Dies war zwar im vorliegenden Falle so, aber die Richter gingen offenbar von einer missbräuchlichen Gestaltung aus, um den Kindergeldanspruch zu bewahren.


Interessengemeinschaft der Lohnsteuerzahler NRW e.V. · Mitglied im Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine e.V. (BVL)